Chapter

Erstes Kapitel

Der Frühling ist wieder gekommen über Berg und Thal unserer Heimat. Der Tag erwacht, ein Luftstrom zieht herbkräftig über die Wälder, als müßte er die widerwillige Nacht mit fortnehmen; die Vögel beginnen zu zwitschern, und da und dort wagt ein Buchfink bereits seinen vollen Schlag. Durch die Tannen mit ihren frischgrünen Jahresschossen säuselt und flüstert es. Der Sonnenball ist über den Bergeskamm heraufgekommen und leuchtet in das Thal; die Wiesen und Saatfelder glitzern im Thau, die Kirschbäume strömen ihren Duft aus und Schwarzdornhecken, die in der Nacht aufgebrochen sind, freuen sich des ersten Sonnenstrahls, der bis in den Grund der Blüthenkelche dringt. Drunten im Thal, wo die Flöße aus geschälten Stämmen und gesägten Brettern rasch dahingleiten, dort bei der Sägemühle, wo das Wehr braust, das Wasser über das Rad spritzt und die Säge schrill tönt, steht ein junger Mann mit weißer Stirn und braunen Wangen an dem oben geöffneten Kammerfenster und schaut hinaus und nickt froh, als grüßte er den erwachenden Tag. Bald tritt der junge Mann ins Freie, er breitet die Arme aus, als müßte er etwas umfangen; er lächelt, als schaute er in ein freudiges liebendes Antlitz. Er nimmt die Soldatenmütze vom Kopf und hält sie weiter schreitend in der Hand; sein Gang ist fest, seine Haltung stramm, und die lautere Redlichkeit und Gradheit schaut aus seinem Gesichte. Er geht durch die

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