Chapter

Introduktion

Nur Leute, die gar nichts vom Leben verstehen, Greenhorns, Neulinge, blinde Hessen im Geiste, Analphabeten vor dem Schicksalsbuch können behaupten, daß der erste April ein Tag wie alle Tage wäre. Eingeweihte werden wissen, daß der erste April ein Tag von höchster Bedeutung ist, ein Tag, an dem Geschicke beginnen und Geschicke enden, ein dies fatalis, ein dies ater, ein geheimnisvoller Tag, der seine Schatten bis weit in das Jahr oder sogar über die Jahre hinaus wirft; ein Tag, der Menschen für alle Zeiten verbindet, zusammenführt oder für alle Zeiten trennt, der über Glück und Unglück, Wohl und Wehe entscheidet. Und – frage ich, – könnte ich vielleicht einen besseren Tag finden, an dem meine Geschichte anfängt, als den ersten April? Und wirklich, – zufällig fängt sie genau am ersten April an. Und da die Menschen nicht zu allen Zeiten gleich sind, sondern in Sitten und Gebärden ständig sich verändern, so will ich es noch bestimmter sagen, sie fängt genau am ersten April des Jahres 1908 an. Und da die Rede- und Denkweise keineswegs an allen Orten dieselbe ist und da das Land oder die Stadt, in der wir leben, binnen kurzem auf jeden abfärbt, ihm und seiner Art Stempel und Gepräge gibt, so will ich noch hinzusetzen, daß meine Geschichte in Berlin spielt. Aber Berlin ist groß, und jeder hat eine andere Meinung von Berlin. Der Osten liegt fern vom Westen und der Süden weit vom

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