Kapitel 1
Man schrieb das Jahr 1839. Im Hafen von Bombay lag die Hamburger Brigg »Hansa« fertig zum Auslaufen; die ganze Mannschaft befand sich an Bord, nur der Kapitän fehlte noch, und mit ihm natürlich das kleine Boot, das seit Wochen den Verkehr zwischen dem Land und der Brigg vermittelt hatte. Die beiden größeren Boote hingen an ihren Plätzen in den Wanten. Neben der Kombüse, auf einem Haufen alter Taue saß einer der Schiffsjungen, ein hübscher sechszehnjähriger Knabe mit offenem Gesicht und einem Paar blauer Augen, aus denen Mut und Frohsinn leuchteten. Schon seit langer Zeit hatte er hinausgespäht auf das stille Meer und die zahllosen Schiffe, die im Hafen vor Anker lagen; irgendein Gedanke schien ihn lebhaft zu beschäftigen, endlich entrang er sich die Worte: »Steuermann, ist es erlaubt, eine Bitte auszusprechen?« Der Angeredete blieb stehen. »Na, Junge, was wolltest du denn?« fragte er. »Eins der Boote losbinden, vier Mann mitnehmen und vielleicht eine Stunde oder zwei ausbleiben, das ist alles, Steuermann.« »Schlag es dir aus dem Kopf, Richard, der Kapitän hat strenge Befehle gegeben, heute Abend darf keiner mehr von Bord.« Der Knabe schüttelte den Kopf. »Das weiß ich ja, Steuermann. Sie könnten mir die Sache aber unter der Hand gestatten; ich muss hinaus.« »Aber wozu denn, Junge? Ich tue es auf keinen Fall, das lass dir gesagt sein. Könnte da so ohne weiteres meine ganze