Fanget an!
Statt einer Vorrede Liebe Mitlehrlinge! Das sind wir nämlich alle heute: Ihr und ich und eure Prinzipale, jeder Deutsche. Der große Krieg hat uns dazu gemacht. Wir müssen von vorn anfangen. Jeder Lehrling muß das. Erinnert euch an euren ersten Lehrtag. Das könnt ihr leicht. Unvergeßlich ist er. Da hat man euch an einen Tisch gesetzt, einen blanken Tisch. Dann die Arbeit draufgelegt. Leere Blätter: »Schreibt! fangt an!« Liebe Mitlehrlinge, es ist heute wieder so, wie am ersten Lehrtag. Das ganze deutsche Volk an einen Tisch gesetzt, einen bitter blanken Tisch. Die Arbeit draufgelegt. Leere Blätter: »Fangt an! vorn, ganz vorn!« Freunde, ich schrieb an diesem Buch die letzte Zeile, als wir Frieden machten. Machen mußten. Jetzt stehen wir dazwischen, ihr und ich und alle. Zwischen einer Schlacht, die wir verloren haben, und einer Schlacht, die wir gewinnen können. Nein, gewinnen müssen. Verloren ist die Blutschlacht, gewinnen müssen wir die neue Schlacht der Arbeit. Freunde, uns allen ist einmal quer übern Lebensweg ein Mensch gelaufen, den wir nicht vergessen können. Ein Mensch, dem ein harter Arm über seinen Arbeitstisch gefahren ist – sei's ein Unglück, eine Krankheit, ein Bankerott, in Mark und Pfennig einer oder, schlimmer noch, ein seelischer – und hinunterfegte alles, was daraufstand, blank gefegt hat, bitter blank. Einen Augenblick ist er starr gestanden, der Geschlagene.