ERSTER AKT
(Ein hübscher Garten mit unregelmäßigen, doch geschmackvollen Anlagen; im Hintergrunde wird der Fjord mit seinen Inseln sichtbar. Links vom Zuschauer aus das Wohnhaus mit einer Veranda; über ihr ein offenstehendes Giebelfenster. Rechts im Vordergrund eine offene Laube mit Tisch und Bänken. Die Landschaft liegt in kräftiger Abendbeleuchtung. Es ist Frühsommer; die Obstbäume blühen.) (Beim Aufgehen des Vorhangs sitzen Frau Halm, Anna und Fräulein Elster auf der Veranda, die beiden ersten mit Handarbeiten, die letztere mit einem Buch. In der Laube sieht man Falk, Lind, Goldstadt und Stüber; auf dem Tisch stehen eine Punschbowle und Gläser. Schwanhild sitzt allein im Hintergrund am Wasser.) Falk (steht auf und singt mit erhobenem Glas.) Welch ein Tag im trauten Garten, Reich an Sonne, reich an Glück; Tröst dich, bleibt dem Lenzerwarten Oft genug der Herbst zurück. Laßt uns heute dieser Blüten Rosigen Gewölbs uns freun, – Morgen mag ein Wetter wüten Und in alle Welt sie streun! Chor der Herren. Morgen mag ein Wetter wüten Und in alle Welt sie streun! Falk. Warum schon nach Früchten fragen, Da noch rings die Bäume blühn? Warum unter Klag- und Plagen Uns um Ungewisses mühn? Schrille Vogelscheuchen schrecken Tag und Nacht die muntre Brut – Finkenschlag in Laub und Hecken, Brüder, gibt doch bessern Mut! Chor der Herren. Finkenschlag in Laub und Hecken, Brüder, gibt doch bessern Mut!