Chapter

Kohlenzeichnungen

Im Dorfe Widderkopf war es in der Gemeindekanzlei ganz still, der Scholze, ein nicht mehr junger Landwirt, Franz Burak, saß am Tische und kritzelte mit Anstrengung etwas auf dem Papier, der Gemeindeschreiber aber, ein hoffnungsvoller junger Mann, mit Namen Zolzikiewicz, stand am Fenster und wehrte die Fliegen von sich ab. Fliegen gab es in der Kanzlei wie in einem Schafstall, alle Wände waren von ihnen besudelt und hatten ihre frühere Farbe eingebüßt. Das Glas auf dem über dem Amtstische hängenden Bilde, das Papier, das Gemeindesiegel, das Kruzifix und die Amtsbücher waren mit zahlreichen Pünktchen bedeckt. Die Fliegen krochen auf dem Scholzen herum wie auf einem ganz gewöhnlichen Beisitzer, besonders aber lockte sie das nach Nelkenöl riechende und mit Salbe eingeriebene Haupthaar des Herrn Zolzikiewicz … Über diesem pomadisierten Haupte erhob sich ein ganzer Schwarm, er lagerte auf dem Scheitel, lebende, bewegliche, schwarze Flecke bildend. Herr Zolzikiewicz erhob von Zeit zu Zeit vorsichtig die Hand und ließ sie dann schnell niederfallen, worauf ein Klatsch auf den Kopf hörbar wurde; der Schwarm flog summend in die Luft, und Herr Zolzikiewicz neigte sich, sammelte mit den Fingern die Leichen aus dem Haar und warf sie zu Boden. Es war vier Uhr nachmittags, im ganzen Dörfchen war es still, denn die Leute waren zur Arbeit gegangen. Nur hinter dem Fenster der Kanzlei rieb sich

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