Die Gefangenschaft
Nach der unseligen Schlacht war der gefangene König eine Zeitlang seines zerfetzten Schenkels wegen in der schmalen Zelle eines Klosters von schweigsamen und unzugänglichen, wenn auch ebenso gewissenhaften Mönchen betreut worden. Gegen Sommersende zu erwies es sich, daß sein Bein zwar lahmte, er aber doch imstande sein würde zu reiten oder langsam zu gehen. Eines Morgens, kaum daß es tagte, nötigte man ihn daher in den dunklen Klosterhof und hieß ihn auf einen von einer Plache überspannten Wagen klettern, der sich alsbald schwerfällig in Bewegung setzte. Dies langsame Dahinfahren unter dem schmutzigen Felldach war weit schlimmer, als das Liegen mit den bohrenden Wundschmerzen gewesen war. Die Qual seiner Seele wurde noch vermehrt durch die Dunkelheit, die unter dem Felldach herrschte, und durch die gewaltsamen Stöße, die jeden Stein und jede Furche des elenden Karrenweges spüren ließen. Er empfand es nach alledem als ein großes Glück, als man ihn kurz aufforderte, aus dem Wagen hervorzukriechen und die Reise auf einem bereitgehaltenen Pferd fortzusetzen. Wahrscheinlich war diese Wendung zum Gelinderen der beginnenden Gebirgigkeit des Geländes zu verdanken, denn als der König nach den Tagen des dämmerigen Dahinratterns sich unter der niederen Plache hervorwand, sah er sich in eine bergige Waldlandschaft versetzt. Er kannte die Gegend nicht. Der ziemlich gerade Kamm des hohen