Die Vermittlung
Anton ging zum Investor. Er war ein kleiner Mann mit großen Plänen und einem Lächeln, das er für jede Gelegenheit bereithielt, und er hörte Anton zu mit der Geduld eines Menschen, der gewohnt war, Hindernisse zu überwinden, indem er so tat, als gäbe es sie nicht. Geister im Dom, sagte er und lachte. Denkmalschutz und Bürgerinitiativen kenne er, aber Geister seien neu.
Anton ging zur Dombaumeisterin. Sie war eine Frau, die den Dom kannte wie ihren eigenen Körper, und als Anton ihr erzählte, was er dreißig Jahre lang verschwiegen hatte, sah sie ihn lange an und sagte: Ich weiß. Sie wusste es, weil sie die Steine kannte, und die Steine erzählten ihr Geschichten, die älter waren als die Gotik und die Romanik und das Christentum und alle anderen Geschichten, die die Menschen über diesen Hügel am Rhein erzählt hatten.
Gemeinsam gingen sie zum Dompropst, und der Dompropst ging zum Bischof, und der Bischof ging zum Oberbürgermeister, und am Ende stand Anton in einem Konferenzraum voller wichtiger Menschen und erklärte, warum man nicht tiefer bohren durfte — nicht wegen der Statik, nicht wegen des Denkmalschutzes, sondern weil unter dem Dom etwas lebte, das älter war als Köln, und das man in Ruhe lassen musste, wenn Köln weiter existieren wollte.
Niemand glaubte ihm. Aber in der Nacht nach der Konferenz fiel der Strom in ganz Köln aus, für genau dreizehn Minuten, und als er