Chapter

Par l'amour

I »Freddie, Freddie«, fragte Mama sorgenerfüllt, »wann wirst du endlich eine Seele bekommen?« Man saß am Frühstücktisch. Freddie sollte am nächsten Dienstag vierzehn Jahre alt werden. Mama litt darunter, daß ihr einziger Sohn ungelenke Glieder besaß, an vorzeitigem Stimmbruch laborierte, die wertvollen Bücher, die sie ihn zu lesen beschwor, nicht einmal aufschlug, und seine Freunde unter der Hefe der Gesellschaft und der Intelligenz wählte. Mama hingegen war Präsidentin des ›Damenklubs zur Verbreitung östlicher Weisheit im Abendlande‹. »Was liest du da eigentlich in der Zeitung, Freddie?« fragte Papa, wie immer voll der charakterlosesten Bereitschaft, Mama gefällig zu sein. Papa stand im industriellen Leben. Da er sich in seinen verwegeneren Tagen als Zweiter Tenor eines Herrenquartetts betätigt hatte, fühlte er sich legitimerweise der musikalischen Kultur zugehörig. Er zählte zu den Gründern und Förderern des städtischen Konzert Vereins. Das verstärkte seine Position Mama und Buddha gegenüber. Freddie versteckte sein Erröten hinter dem umfangreichen Morgenjournal. Er hatte soeben den hochdramatischen Bericht über das gestrige Fußballmatch verschlungen. Seine mutierende Stimme rutschte unvermittelt und verräterisch in die Tiefe, als er log: »Geheimnisvoller Mord an zwei Greisinnen.« So lautete die Überschrift, an der unvorsichtigerweise sein Blick hängengeblieben war. »Immer

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.