Chapter

Das gerettete Kätzchen

Ein Frühlingstag war's, ein schöner, strahlender Frühlingstag! Schon hatten sich Hecken und Buschwerk mit einem grünen Schleier überzogen. Die Vögel jubilierten, die Schneeglöckchen nickten im warmen Winde, und die blauen Cyllablumen schauten aus ihren Sternenaugen fröhlich zum Himmel auf, als wollten sie sagen: »Wo wir sind, da ist auch ein Himmel voller Sterne!« Und Himmel und Sonne, Blumen und Vögel, der lustige Wind – alles lockt und ruft mit heller Stimme: »Heraus! heraus aus dumpfer Stube!« Und wer irgend kann, der folgt dem Ruf und freut sich draußen all der neuen Herrlichkeit, mit welcher der liebe Gott die schöne Erde geschmückt hat. Auch Lisa und Lora sind mit Bruder Franz ausgezogen, um im nahen Wäldchen die ersten Frühlingsblumen zu suchen. Eifrig pflückend schlüpfen die Schwesterchen durchs Gebüsch und hüten sich dabei gar sorglich, eine der zarten blauen Blüten zu zertreten, die im Verein mit Anemonen und Schlüsselblumen einen herrlichen Teppich mit blauem Grund und weiß und goldenen Sternen im Walde ausgebreitet haben. Bruder Franz hat sich indessen auf einen Baumstumpf gesetzt und singt sich eins. Er runzelt dabei die Stirne und zieht nach Knabenart die Augenbrauen scharf zusammen, daß er ganz grimmig aussieht. Aber sein junges Herz ist dabei voll Frühlingslust. Da kommt ein schmutziger Junge des Wegs. Mit grobem Fuß tritt er mitten in den blauen Cyllahimmel

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