Kinderspott
Der lachende Alte war im Dorfe ein Kinderspott, und die großen Bauern sahen ihn nicht an. Oder wenn sie ihn doch eines Blickes würdigten, war es, weil sie auch Lust spürten, mit ihm Schindluder zu treiben, wie die langen Bauernjungen. Er hieß Gebauer und war einmal selber eines Bauern Sohn gewesen, aber er war ganz allmählich durch Krankheit und auch durch Unglück herabgekommen. Den Hauptstoß hatte ihm gleich anfangs gegeben, daß ein Bruder, mit dem und einigen Schwestern er das Vatererbe versah, sich plötzlich eines Tages auf dem Scheunenboden aufgehängt hatte, und seitdem kein Halten mehr gewesen in der kleinen Wirtschaft, weil er zum Herrn nun einmal nicht geboren schien. Die Schwestern hatten geheiratet, und er kam schnell immer mehr unter die Räder, wie er es jetzt noch manchmal lachend nannte. Jetzt wohnte er seit Ewigkeiten bei Verwandten, bei elenden, kleinen, verwahrlosten Leuten mit einer ganzen Schar halbwüchsiger, frecher Mädels und einem Burschen, die daheim um die Mutter gingen wie die Küchlein um die alte Henne, obwohl sie stark aussahen zu jeder Arbeit und das Zeug gehabt hätten, Wohlhabenheit ins armselige, schmutzige Stübel zu bringen. Aber Bett und Sofa und Schrank und Stuhl waren verfallen und vernutzt, und Mensch an Mensch auf Tisch und Stuhl gelümmelt und gelätschelt, und die einzige zarte, bleiche Mutter, die um Ofenbank und Röhr umging, sah immer