Die Ferienzeit beginnt
»Stehe auf, Mia, stehe auf,« – rief Karl Merton, als er an einem schönen Augustmorgen unter dem Fenster seiner Schwester stehend, dies mit einem Wurf kleiner Steine gegrüßt hatte. »Es ist sechs Uhr vorbei. Georg wäscht den Wagen im Hofe und ich habe Spat eben erzählt, welch' eine lange Reise er vor sich hat.« – Mia öffnete leise ihr Fenster und steckte behutsam ihr lockiges Köpfchen hervor: »Mach' nicht solch' einen Lärm, Bruder, Mama schläft, ich bin schon lange auf und werde gleich kommen.« – Karl pfiff und ging in den Hof. – Er hatte keine all zu gute Meinung von Mia's Gleich! – »Mädchen sind immer langsam,« – sagte er zu sich selbst, »und Mia ist bei allen Dingen so bedachtsam. Es ist mir ein Trost, daß Georg herum wirthschaftet. Georg!« – rief er einem Manne im Hofe zu, – »laß mich Dir helfen, den Wagen waschen und die Schweine füttern, ich habe heute keine Stunden.« »Ganz wohl, junger Herr!« – erwiderte Georg, »wenn Sie nur nicht Ihre Jacke beschmutzen und uns Frau Kitth's Zorn heraufziehen!« – »O, Kitty ist diesen Morgen in guter Laune, sie backt Kuchen zum Frühstücke, ich rieche sie bis hierher. – Gieb mir den Eimer, Du sollst mich damit zurück kommen sehen, ehe Du sechs gezählt hast. – Bin ich nicht flink gewesen?« – fragte Karl, als er mit dem Eimer zurück kam. – »Ja, aber Sie würden mehr Wasser gebracht haben, wenn Sie langsamer gewesen wären. Sputen Sie sich