I.
Es war gegen Mitternacht. In der Stube konnte man das tiefe Athmen der schlafenden Kinder hören. In einem Winkel stand auf dem Fußboden ein kupfernes Becken; darin befand sich etwas Wasser und eine Kerze in einem Leuchter. Die Kerze war stark entflammt, der Docht hatte eine dunkle Kappe bekommen und knisterte leise. Ein Pendel tickte an der Wand, und auf dem Fußboden machten sich – im Lichtkreis, der um das Becken lief – einige Küchenschaben breit. Sich auf die Hinterbeinchen setzend, sahen sie auf das Licht und bewegten ihre Fühlspitzen. – – – Draußen wüthete der Sturm. Der Regen schlug auf das Dach, zauste in dem Laube des Gartens, klatschte in den Pfützen des Hofes. Zeitweise verstummte er, zog sich fort in die dunkle Tiefe der Nacht, darauf aber kam er mit neuer Kraft herangestürmt, tobte noch ärger, schoß noch heftiger über das Dach, prasselte an die Fensterläden, und manchmal schien es sogar, als ströme und riesele er schon durch das Zimmer selbst. – Dann entstand in diesem etwas wie eine Unordnung, der Pendel schien zu verstummen, das Licht wollte verlöschen, Schatten glitten von der Zimmerdecke herab, die Schaben bewegten die Fühlfäden ängstlich hin und her und machten augenscheinliche Anstalten, davon zu laufen. Allein diese Anfälle hielten nicht lange an. Es schien als habe der Regen bei sich beschlossen, nicht mehr abzureisen und wenn der Wind ihn in Ruhe ließ, so