Die wilde Jagd
Auf der Landstraße von Manderscheid nach Kyllburg, eine halbe Stunde von der Neumühle im Grund, knarrt langsam ein Wagen bergan. Es ist heiß, Hochsommer. Auf dem Rücken des Pferdes kleben Schmeißfliegen, sie bohren sich ordentlich in das braune Fell ein. Das geplagte Tier schlägt ungebärdig nach rechts und links und wirft den langen Schweif über die Stränge. »Hott – harrüh!« Der verschlafene Fuhrmann ist abgestiegen und fuchtelt nun mit der Peitsche durch die Luft. »Harrüh, Brauner! Vermaledeites Schmeißzeug! Jeß, es dat en Hitz!« »Jao, jao!« Sein Begleiter, ein Eifeler Bäuerlein im blauen Leinenkittel, die Hotte auf dem Rücken, wischt sich mit der flachen Hand den Schweiß ab, der ihm, mit Staub vermengt, grau und langsam übers Gesicht sickert. »Waor maacht Ihr heit, Mittler? Noach rum nach Kyllburg? Dat es en heiß Dour for Eier Peerd!« »Hoa, hoa!« Der Kutscher ist, ohne zu antworten, plötzlich gesprungen und hat den Braunen fester am Zügel gepackt. »Willste ruhig giehn, dau Beest, wat michste for Fisematenten?!« Das Pferd hat einen Satz zur Seite gethan, daß die schweren Säcke auf dem Wagen durch einander fallen, als seien sie Bälle, und das Mehl, mit dem sie gefüllt sind, wie Puder durch alle Poren der groben Leinwand stäubt. »Brr, Alder, brr!« Mit Anstrengung zerrt der Fuhrmann das Gefährt vom Rand der Straße zurück, denn steil geht's zur Rechten hinunter; man sieht in ein