Chapter

Erster Teil

Du, der gestürzt ist mit zerschossener Stirn, Und du, verschwunden auf einer Gletscherfirn, Und du, verlodert wie schwüler Blitzesschein, Meine toten Freunde, saget, gedenkt ihr mein? Conrad Ferdinand Meyer Immer, seit ich, nach Kampf und Gefangenschaft in den Tropen, Europa wieder betrat, empfinde ich vor jeder Frau, deren Blick nach dem Erlebten, Durchlittenen fragt: Dir bin ich treu gewesen! Auf den Treppen eines Theaters, im Bahnwagen, in Parks und Gassen begegnet mir jetzt hundertfach, in immer lockender Gestalt, dieser Gegenstand meiner zähen und erhabenen Treue: die weiße Dame. Sie hat ihre Silhouette verändert, auch ihr Wesen blieb vom Kriege nicht unberührt, seit ihre Hände in blutigen Verbänden gewühlt, seit sie – deren Aufgabe es doch schien, uns durch so viel Daseinsnot hindurchzulächeln, – eine Welt miterleben mußte, auf die zur Antwort es nur Tränen gibt. Aber ganz geglaubt hab' ich kaum ihr siegreiches, geliebtes Lächeln, als sie zärtliche Seide an noch verhüllten Fesseln trug, und so ist sie mir weder rätselhafter noch deutlicher, seit sie den armen Flor zeigt. Ich kenne sie nicht, ich kannte sie nie, ich liebe sie nur, und das geht sie nichts an. Aber es geht sie an, daß ich treu war, denn durch sechs Jahre, 8 in denen mein Arm fast das Bewußtsein warm umschlossener, weicher Hüften verlor, hab' ich sie gefüttert und schwatzen, tanzen und beten lassen, hab' sie

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.