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Statt einer Vorrede

Lieber Freund! Endlich kommt einmal in dir einer, der wirklich berechtigt und berufen ist, uns Schulgeschichten zu schenken. An Schulgeschichten und Schulgedichten ist ja unser Schrifttum wahrhaftig nicht arm. Kein Wunder. Denn dazu glaubt sich jeder berufen, der nur einigermaßen die Feder führen kann und der früher einmal in eine »Penne«, wes Nam und Art sie auch sei, gestiegen ist. Aber die allermeisten dieser Schulgeschichtenschreiber – ich wüßte augenblicklich überhaupt keine Ausnahme – geben doch nur schiefe, unvollkommene oder gar verzerrte Bilder vom Schulleben. Sie kennen es eben nur von der Schülerseite her, und von dieser Seite müssen sie es ihr ganzes Leben betrachten. Bei dir ist es anders: du kennst auch die Lehrerseite. Aus deiner Münchner Schulbubenzeit kennst du die Knabenseele bis in ihre Winkel hinein, als Vater hast du in deinen vier Kindern die Schulzeit zum zweiten Male durchgemacht, als Lehrer und Leiter von Handelsschulen hast du auch des Schulmeisters Leid und Freud gekostet; mehr Freud als Leid, du Glücklicher! Du weißt also, daß weder Schüler noch Lehrer reine Engel oder reine Teufel sind. Du kennst genau »das verhängnisvolle Mißverstehen unserer Schulen«. Weißt du, welche deiner Schulgeschichten den tiefsten Eindruck auf mich, den Schulmann, gemacht hat? Jene ernste Stelle in deiner Geschichte »Stumm«, wo dem vom Lehrer überraschten »Klassenviech«

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