Die Egge mit achtzehn Spitzen
Der Wind war gegen Morgen umgesprungen, und die Sonne meinte es am Vormittag mit den Badegästen des vornehmen kleinen Seebades — nennen wir es Lungby — so gut, daß wie stets die waghalsigsten Springer bis zu den hellen Kreideklippen von Mondalar wanderten, um hier mit Anlauf von dem natürlichen Felsensprungbrett die Tiefe zu schießen. Lord Edgar Hoppelear war bei diesem Vergnügen wie stets der Anführer. Seine frische, schlanke Jugend im bunten Bademantel wanderte dem Trupp seiner Bekannten zusammen mit einem Herrn voraus, der erst gestern von Amsterdam eingetroffen war, — ein Baron Jan van Haarkeem, Freund seiner Lordschaft trotz des beträchtlichen Altersunterschiedes. Der Baron trug einen Strandanzug aus feinstem englischen Flanell, hellgrau mit diskreten blauen Streifen. Seine Erscheinung wirkte ungewöhnlich. Er fiel auf, — woran das lag, konnte so recht niemand sagen. Es gibt eben bei den Herdenmenschen eine instinktmäßige Witterung für das, was man Persönlichkeit nennt. Des Barons schmales, braunes Gesicht mit der messerscharfen Hakennase, den grauen klaren Augen und den leicht ergrauten Schläfen hatte im Grunde wenig Holländisches an sich, auch seine gestraffte Haltung, sein energischer Gang und eine ganz unmerkliche Ruhelosigkeit des Blickes deuteten mehr auf ein klug beherrschtes Temperament hin. Lord Hoppelear schaute sich nach seinen Freunden um und sagte dann