Erster Teil. Kasperles Spiele
Kasperle und der Herzog Personen: Der Herzog August Erasmus Ein Diener Kasperle Der Leibarzt Dr. Lakritze Spielt im Schloß des Herzogs. Der Herzog: »Wo ist Kasperle?« Diener: »Das ist im Garten.« Der Herzog: »Was tut es da?« Diener: »Es frißt Pflaumen.« Der Herzog: »Pfui, wie unschicklich, fr–essen sagt man nicht.« Diener: »Wenn einer so wie Kasperle schlingt.« Der Herzog: »Überhaupt sind die Pflaumen noch nicht reif.« Diener: »Das ist doch Kasperle gleich, es frißt eben.« Der Herzog: »Das ist unschicklich.« Diener: »Das sage ich ja auch.« Der Herzog: »Ich meine fr–essen zu sagen.« Diener: »Es tut es doch.« Der Herzog: »Rufe Kasperle, es soll mir etwas vorkaspern, ich habe Langeweile.« Diener (ruft): »Kasperle, Kasperle, höre auf mit Pflaumenfressen. Komm herein!« Der Herzog: »Das ist doch unschicklich.« Diener: »Das meine ich auch.« Der Herzog (ärgerlich): »Fr–essen zu sagen.« Diener (brummig): »Es tut es doch.« (Ab) (Kasperle kommt) Kasperle: »Holdirallala, was soll ich denn?« Der Herzog: »Was hast du eben getan?« Kasperle: »Pflaumen gefressen.« Der Herzog: »Das ist unschicklich.« Kasperle: »Es gibt doch so viele.« Der Herzog: »Ich meine, fr–essen zu sagen.« Kasperle: »Ach, wenn es weiter nichts ist. Was soll ich denn tun?« Der Herzog: »Mir etwas vorkaspern, ich habe so Langeweile.« Kasperle: »Ein Kasperlesspäßlein.« Der Herzog: »Ja, ein recht lustiges Kasperlesspäßlein.«