Chapter

Der Alte Schrank

Herr Pumpel fuhr ganz bitterböse davon. Er ärgerte sich gewaltig, daß er die alten Schränke nicht hatte haben können. Er brummte und schalt darob so viel, daß sein Kutscher dachte: Was er nur an den alten Schränken hat? Immer wieder fährt er danach; ich denke beinahe, es wird etwas Besonderes damit sein. Vielleicht steckt ein verborgener Schatz drin, denn sonst fährt doch wirklich kein vernünftiger Mensch bei einer solchen Kälte in den Wald. Es war wirklich sehr, sehr kalt, und es blieb noch viele Tage so. Auf einmal aber kam der Tauwind; der fing ein gewaltiges Blasen an, und da schmolz der Schnee und lief davon — heidi, weg war er! Um das Waldhäuschen sauste und brauste es mächtig in diesen Tagen, aber Liebetraut lief trotz dem Sturm immer wieder vor die Türe, steckte ihre kleine Nase hinaus und rief jubelnd: „Es riecht nach Frühling; ganz gewiß, er kommt bald.“ Und dann patschte sie einmal draußen im feuchten Walde herum, und als sie wiederkam, brachte sie für Mutter Annettchen die ersten Schneeglöckchen mit. Das gab eine Freude im Waldhäuschen! Ein richtiges kleines Fest wurde es, denn auf den Frühling freuten sich die Waldhausleute immer. Und diesmal ließ sich der Frühling gar nicht wie sonst manchmal sehr lange bitten. Er kam ganz geschwinde angezogen, und bald konnte Frau Annettchen sagen: „Nun heizen wir nicht mehr, jetzt wärmt schon die Frühlingsluft.“ Da wurden alle

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