Chapter

Was Am Waldsee Geschah

Eine ganze Woche war das Kasperle schon im Waldhaus, und es hatte schon mehr dumme Streiche gemacht als zehn Buben in einem Jahr. Lieber Himmel, was richtete der kleine Kerl alles an! Immer saß er irgendwo, wo er nicht sitzen sollte. Einmal kletterte er in den Geschirrschrank, einmal fiel er in der Vorratskammer in die Milch, dann wieder zog er das Ofenloch auf, und eine Rußwolke flog durch die Stube, oder er brachte Frau Annettchens Näharbeit auseinander, daß die Flicken überallhin verstreut wurden. Manchmal drohte Meister Friedolin: „Warte, ich stecke dich in den Schrank!“ Aber wenn Kasperle dann so jämmerlich weinte und greinte, tat es dem Meister immer wieder leid. Am wenigsten schalt Liebetraut auf Kasperle; dabei hatte ihr der unnütze kleine Strick schon manchen Schabernack gespielt. Freilich war er danach immer wieder zutraulich und umschmeichelte Liebetraut, da konnte ihm die nicht böse sein. Sie redete auch immer wieder den Pflegeeltern zu, und Meister Friedolin und Mutter Annettchen hatten doch wieder ihren Spaß an dem unnützen Schelm. Das Waldhäuschen war klein, und Kasperle ging es wie einst vor bald hundert Jahren: es wurde ihm langweilig darin. Und weil er allein nicht in den Wald gehen durfte, bekam er erst recht Sehnsucht danach. Er dachte mehr und mehr, wie schön es doch wäre, wenn er einmal wieder die weite Welt durchstreifen könnte. Liebetraut merkte wohl

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