Hochzeit Und Reise
Der Tag der Hochzeit brach an. Von weither kamen die Leute gelaufen, um Rosemarie, die liebliche Braut, zu sehen. Und alle freuten sich, daß sie nicht den alten Grafen von Singerlingen, sondern den schönen jungen Geiger Michael zum Manne bekam.
In aller Morgenfrühe, als der Herzog gerade frühstückte, spielte das Michele auf der Wiese vor dem Schloß auf seiner Geige. Das klang wundersam. Jetzt klagte und weinte die Geige nicht mehr, sondern sie jauchzte, und manch einer, der zuhörte, meinte, ihm müsse das Herz springen vor Freude, so jubelte die Geige.
Die schöne Rosemarie stand still in ihrem weißen Kleide mit dem grünen Kränzlein im Haar neben dem Geiger, und jeder, der die beiden sah, erzählte noch sein Lebenlang, ein schöneres Paar habe er nie wieder gesehen.
Und dann raunten und tuschelten sich die Leute zu: „Und morgen heiratet der Graf von Singerlingen des Königs Base, die Prinzessin Gundolfine.“
„Warum denn morgen, warum nicht heute?“ fragte ein naseweises Jungfräulein.
„Weil die Kammerfrau der Prinzessin die Krone vergessen hat, und eine richtige Prinzessin muß eine Krone tragen, wenn sie heiratet,“ erzählte der Kasperlemann, der auch unter den Zuschauern war.
„Da kommt sie!“ schrie ein rechter Dreikäsehoch.
„Wer, die Krone?“
„Nä, die Prinzessin!“
Prinzessin Gundolfine kam wirklich daher. Sie hatte ein himbeerrotes Kleid an und war mit vielen Diamanten und