Kaspar und die Drachenschlucht
An einem schönen Septembertage lag Kaspar vor seinem Haus. Er hatte sich hingestreckt wie ein Mensch nach langer Wanderung: die Arme zu beiden Seiten des Kopfes, als wolle er im gegebenen Augenblick sie wie ein Kissen darunterschieben. Eine Sonnenspreite fiel auf seinen Leib, den er von Zeit zu Zeit nachrückte. Ringsherum wob ein stilles Vorholz seine grünen Schatten. Dies Holz bildete den Eingang zu einer Schlucht. Drachenschlucht hieß sie im Munde der Leute. Felswände fielen steilrecht hinein. Sie war etwa hundert Menschenschritte lang und ward alsbald so eng, daß sie nur noch ein Spalt im Gestein genannt werden konnte. Für Menschen war da kein Weg. Aber vorn, wo Kaspars Burg lag, mochte man sie immerhin als Talkessel ansprechen, wiewohl dazu einige Phantasie gehörte. Kaspar war hier seit fünf Jahren ansässig. Er hatte eine Vorliebe für solch lauschige Idylle. Hin und wieder empfing er Besuch – den Besuch eines Menschen! Dieser Mensch hieß Huber und war seines Zeichens Waldheger. Der brachte zwar seinen roten Dachshund Bergmann mit, aber Bergmann war ein sehr anständiger Hund. Er erkundigte sich stets mit großer Freude nach Kaspars Befinden. Vor einigen Jahren noch hatte sich Kaspar, wenn er sehr guter Laune war, von dem Menschen Huber wohl sogar ein bißchen hinter den Ohren krauen lassen, so oft der kam. Das war ein sehr angenehmes Gefühl und er sagte dann hu gu gu. Jedoch