Chapter

Erstes Buch: Die Geiseln

Eine Unmenge Menschen drängte nach dem innern Hafen, Kothon genannt, der als Kriegshafen und Seerüstkammer diente, und wo jetzt die Schiffe bereit lagen, die Anker zu lichten. Aus allen Gassen der Stadt strömten die Leute zusammen und stauten sich auf dem geräumigen Marktplatz, daß mancher Neugierige nicht mehr vor- noch rückwärts konnte und eingekeilt zwischen den Volksmassen die erhoffte Kurzweil sich entgleiten sah, dem Schauspiel der Einschiffung beizuwohnen. Dann hieß es wie zum Trost: »Sie kommen hier vorbei, sie versammeln sich auf der Bosra!« Von Mund zu Mund verbreitete sich die Nachricht, man fing an, sich mit seiner Lage zu versöhnen – denn das war richtig: wenn der Zug der Geiseln seinen Ausgang vom Burghügel nahm, so mußte er unbedingt den Marktplatz überschreiten, um sich von da nach dem Hafendamm zu bewegen. Vielleicht hatte einem der Zufall nicht einmal den schlechtesten Platz angewiesen? Unten, an den Toren der Mauer, die das Hafenbecken einkreiste, war der Zudrang vermutlich ein noch viel größerer. Und daß es unter diesen Umständen den wenigsten gelingen würde, bis in den geschützten Raum und in die Nähe der Schiffe vorzudringen, das ließ sich leicht ermessen. So faßte das Volk sich in Geduld, gespannt den kommenden Ereignissen entgegenharrend. * Wirklich hatten auf der Höhe der Bosra im Tempelhain, der innerhalb der Grenzen von Eschmuns Heiligtum lag, vom

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