Eine kleine Plauderei als Vorrede.
Es ist eine eigene Sache um das Kalendermachen, ich meine nicht, um das Aufteilen der Tage und das Zuteilen heiliger oder profaner Namen für einen jeden derselben, das Vorberichten von Mondes- und Sonnenfinsternissen, Aufzählen der Fest- und Fasttage und Anführen der Bauernregeln, welche so heißen, weil sich wohl die Bauern danach richten, aber leider nicht immer die Witterung, kurz, ich meine nicht das Zusammenstellen alles dessen, wovon laufenden Jahres über jeder Käufer jedes Kalenders aufs beste unterrichtet zu sein verlangt, sondern ich meine die Abfassung des erzählenden Teiles, denn der soll das Büchelchen dem Käufer wert machen, viel mehr wert, als die Pfennige oder Groschen, welche dafür ausgelegt werden. Den Kalendermann, der es mit den Jahreszeiten und Mondläuften zu thun hat, den plagen – wie einmal ein Dorfkomödiant als »Faust« deklamierte – weder Kruspel noch Zweifel, wenn für die Tanzlustigen der Fasching zu kurz gerät, oder für die Wanderlustigen Ostern gar spät fallen, so ist das nicht seine Sache und er steht über alle böswilligen Anwürfe erhaben, und spielt ihm ja einmal die Witterung den Schabernack und macht alle seine Vorhersagungen zu nichte, so wäscht er seine Hände wie Pilatus – mit Kleie hätt' ich bald geschrieben, der that es aber mit Wasser, wird wohl kölnisches gewesen sein, was der Herr Statthalter gebrauchte – und fragt: »Was ist Wahrheit?« Ganz