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Einleitung

Deutsch von Prof. Dr. Adolf Stahr Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung Berlin-Schöneberg Sechste Auflage Langenscheidtsche Bibliothek sämtlicher griechischen und römischen Klassiker in neueren deutschen Musterübersetzungen 106. Band (Prof. G. Langenscheidt) Wir wissen sehr wenig von Suetons Leben, aber selbst das Wenige reicht hin, um das Bild des Mannes erklärend zu vervollständigen, wie es uns aus seinen erhaltenen Schriften und namentlich aus der bedeutendsten derselben, aus diesen zwölf Kaiserbiographien entgegentritt. In der brudermörderischen Schlacht bei Bedriacum, infolge deren Kaiser Otho nach einer Regierung von drei Monaten Thron und Leben verlor (16. April 69 n. Chr.), focht in dem römischen Heere, das sich für den blasierten kaiserlichen Feigling so heldenmütig schlug und für ihn, der die Schlacht nicht einmal mitgekämpft hatte, sogar noch weiter zu fechten bereit war, auch ein Offizier mit Namen Suetonius Lenis, Tribun bei der dreizehnten Legion, die unter ihrem Legaten Vedius Aquila dem Otho gegen Vitellius aus Pannonien zu Hilfe gezogen war. Dieser Suetonius Lenis, einer von den Legionstribunen, die »Engstreifige« ( angusticlavii) hießen, weil sie, im Gegensätze zu den Tribunen aristokratisch-senatorischer Abkunft, die im breiten Purpurstreif ( latus clavus) einherstolzierten, nur eine schmale Purpurborte als Auszeichnung trugen, war der Vater unseres

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