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Einhards Leben

Einhards Leben. Nichts kann geeigneter sein, uns den großartigen Umschwung klar vor Augen zu stellen, den Karls des Großen Bemühungen in der wissenschaftlichen Bildung des Abendlandes bewirkten, als ein Blick auf die Schriften, welche die Geschichte seiner Zeit schildern. Während die uns in den Fortsetzungen des Fredegar vorliegende, bis zu Karls Regierungsantritt herabreichende karolingische Familienchronik in so roher, barbarischer Form abgefaßt ist, wie sie später kaum wieder vorkommt, haben wir in dem unmittelbar nach des Kaisers Tode geschriebenen «Leben Karls» von Einhard ein Werk, das für die folgenden Jahrhunderte in Reinheit der Sprache und kunstvoller Behandlung des Stoffs ein unübertroffenes Vorbild geblieben ist und wie keine andere Schrift des Mittelalters das Gepräge klassischer Bildung an sich trägt. Wie groß aber der unmittelbare Antheil war, den Karl an diesem Wiedererwachen der Wissenschaft hatte, davon gibt eben Einhard das beste Zeugniß, er, der dem großen Karl seine Erziehung verdankte, ja ihn seinen Freund nennen durfte, der seit seiner Kindheit fast ununterbrochen um ihn war und immer im Mittelpunkt des Kreises stand, den Karls Eifer für Kunst und Wissenschaft um sich gebildet hatte. Darum erhält denn auch sein Leben eine größere Bedeutung für uns, als das des bloßen Gelehrten und Schriftstellers, es spiegelt sich dann eine Seite von des Kaisers eigenem

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