Zweites Buch. In Russland
Fürst Potemkin hatte sich so eben erst von seinem Lager erhoben, und begab sich langsamen, schweren Schrittes in sein Cabinet. Zwei Pagen in goldstrotzenden Anzügen flogen vor ihm her, und rissen, tief bis zur Erde sich neigend, vor ihm die Thüren auf, zwei andere Pagen gingen hinter ihm, und trugen die lange Schleppe des sammetnen, mit Gold und Juwelen besetzten Schlafrocks, der langhin wallte hinter der hohen kolossalen Gestalt des Fürsten. Hinter den Pagen folgten vier Kammerdiener des Fürsten, sein Dejeuner und seine türkische Tabakspfeife tragend. Potemkin betrat sein Cabinet. Schweigend und mit düsterm Gesicht ließ er sich auf die mit den schönsten Cashemir-Shawls bedeckte Ottomane niedergleiten, und nahm aus den Händen der vor ihm knieenden Pagen die Tasse Chocolade entgegen, die sie auf goldenem mit Perlen besetzten Teller ihm darreichten. Dann aber, als dünke ihn diese Arbeit zu schwer, ließ er die Tasse wieder sinken, und sein Haupt rückwärts lehnend an die Kissen, sagte er müde: eingießen! Sofort erhob sich einer der Pagen, und da der Fürst geruhte, den Mund zu öffnen, näherte er die spitz auslaufende, wie eine pompejanische Lampe gestaltete Tasse, dem Munde des Fürsten, und ließ langsam die Chocolade in den Mund des Fürsten träufeln. Die Pagen und Kammerdiener und die sechs Officiere des Fürsten, welche in seinem Cabinet sein Kommen erwartet hatten, standen, während