Chapter

Deutsche Hiebe

– »Was giebt's hier? – Deutsche Hiebe!« Fiesko Wenige Tagereisen hinter Antiochia, da, wo die letzten Ausläufer des Gebirges sich in die große syrische Sandebene verlieren, liegen einander zwei kleine Hügel in naher Nachbarschaft gegenüber, so daß sie eine Art Engpaß bilden, der von den Arabern der Umgegend ›die Pforte der Wüste‹ genannt wird. Der heiße Atem dieser nachbarlichen Wüste läßt keinen saftigen Pflanzenwuchs dort aufkommen; nur die begnügsamen zähen Stauden des syrischen Heidekrauts überziehen die Höhen. Eine schlanke Cederpalme ragt einsam auf des steileren Hügels Gipfel, ihre plastische Gestalt scharf abzeichnend in dem hellen fast immer blauen Himmel und nur manchmal träumerisch die gefiederten Blätter im Winde leise bewegend. Hinter diesem Hügel lagerte eine Schar von etwa fünfzig Gewaffneten, lauernd und sorgfältig verhütend, daß die Spitzen ihrer Speere oder ihre hellen Helme über die bergende Erhöhung hinaus blitzten. Wann einer der Reisigen dies versah, ward er rasch und kräftig von einem der drei Ritter, die den Zug führten, zur Vorsicht gemahnt. Das rote Kreuz auf der linken Schulter ihrer Waffenröcke bezeichnete sie als zu dem Heere gehörig, das unter dem frommen Gottfried soeben Antiochien erobert, die zu spät eingetroffenen Entsatztruppen des türkischen Feldherrn Korboga geschlagen und nun unter schweren Leiden den Zug durch die Wüste nach seinem

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