Junker Paul
Junker Paul. Erzählung von Hans Warring. „Sie werden es noch zu Ihrem eigenen Schaden erfahren, mein Junge, daß man hier zu Lande nicht mit dem Kopf durch die Wand kommt.“ „Ich bin nicht so harmlos, mein lieber Herr Nachbar, daß ich mit meinen dreiunddreißig Jahren diese Erfahrung nicht bereits auch anderwärts gemacht haben sollte. Aber ich habe nebenbei auch noch dies gelernt: ein Mann in meiner Lage ist rettungslos verloren, sobald er ein ängstliches Schwanken zeigt. Ich bin mit mir zu Rathe gegangen und bin nicht zweifelhaft, wie ich antworten werde, wenn es zur Entscheidung kommt.“ „Sehr gut! sehr gut! Wenn aber die Folgen schwer auf Ihr Haupt fallen, dann erinnern Sie sich gefälligst, daß Sie gewarnt worden sind!“ „Sie dürfen ruhig sein; ich weiß sehr wohl, daß ich allein für meine Handlungen einzustehen habe.“ „Das klingt sehr schön, ist aber nicht ganz richtig. Wir Alle haben unter Ihrem Starrsinn zu leiden; die ganze Nachbarschaft ist in Gefahr, wenn es zum Aeußersten kommt. Setzen wir den Fall, daß die Kerle aus dem Hinterhalte heraus Ihnen eine Kugel vor Ihren widerspenstigen Kopf schießen – was dann?“ „Dann werde ich ein paar Jahre später dem Schicksal unterlegen sein, das mich schon bei Königgrätz oder Gravelotte hätte ereilen können. Für einen preußischen Soldaten ist eine Kugel kein unbekanntes Schreckbild mehr.“ „Und Sie wollen sie wirklich riskiren, auch wenn