Aus der Werdezeit von Hermann Löns
Balladen und Dichtungen aus Löns Jugendzeit Gesammelt und mit Einleitung versehen von Dr. Friedrich Castelle Friedrich Gersbach/Verlag Bad Pyrmont (Hannover) »Und all mein Jauchzen, all mein Klagen, Ein Traum, schon morgen unbekannt, Mein Schaffen, Dichten, Tun und Sagen, – Es rollt darüber gelber Sand.« Auf der ersten Seite eines vergilbten Bündels Handschriften des Studenten Hermann Löns stehen diese Schlußverse des in dieser Auswahl veröffentlichten Gedichtes »Flugsand«. Darunter findet sich neben dem übermütig verschnörkelten Namen die nähere Bezeichnung: »Münster, 2. Mai 1890«. Wir sind hier mitten in der ersten bis heute noch völlig unbekannten Schaffenszeit des werdenden Dichters, des vierundzwanzigjährigen Hermann Löns. Jenes Bündel Abschriften für den münsterischen Jugendfreund Max Apffelstaedt, der aus eigenem dichterischen Schaffen heraus wohl der lebendigste Anreger des jüngeren Löns gewesen ist, gibt uns allein über die Entstehung der hier veröffentlichten Dichtungen Aufschluß. Denn in der Apffelstaedtschen Handschrift sind sie und etwa sechzig weitere, hier und bisher überhaupt noch nicht mitgeteilte Gedichte allesamt zeitlich genau bezeichnet. Sie ist daher eine wesentliche Ergänzung dieser Auswahl und gestattet uns neue Einblicke in die Entwicklung des Dichters, der unendlich viel tiefer in den literarischen Strömungen seiner Zeit gestanden hat, als die