Chapter

1

Die Familie saß an dem quadratischen Eßtisch. Vor den einfachen Gedecken der Frau und der Kinder zeichnete sich der Platz des Vaters aus durch eine Wein- und eine Mineralwasserflasche, ein schwergeschliffenes Kelchglas von seltsam tiefer Form und ein reich facettiertes Wasserglas, die sämtlich auf silbernen Tellerchen standen. Besteck und Serviettenring aus schwerem Silber trugen das ihre zur Distanzierung bei. Tatsächlich schien der Vater, ein straffer Fünfziger mit eisengrauem Spitzbart und fast übertrieben energischen Zügen, irgendwie über der Runde zu thronen, wenn auch sein Stuhl denen der anderen gleich war. Die Mutter, eine zärtliche Blondine mit leisen Anzeichen des Verblühens, ließ ängstliche Blicke fliegen zwischen dem strengen Gemahl, — ob auch nichts seinen Unwillen errege — und den beiden Jungen, — ob sie Messer und Gabel richtig handhabten und auch sonst keine der verpönten Unarten zeigten. Glaubte sie an einem der Jungen etwas zu sehen, was einen Zornesausbruch des Vaters hervorrufen konnte, — daß er etwa Gabel und Messer benützte, wo die Gabel allein vorgeschrieben war, oder umgekehrt — so steigerte sich ihr Mienenspiel zu ungeahnter Heftigkeit. Durch hastige Kopfbewegungen und schreckhaftes Augenrollen suchte sie den Missetäter aufmerksam zu machen, erreichte aber damit nur zu oft, daß der Vater mit gebührender Schärfe ein Versehen rügte, das ohne ihre stummen

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