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Vorrede

Porträt der Madame Récamier. (Von François Gérard) Ludwig Brunier Julie Recamier. Ein edles Frauenbild Volksausgabe Verlag von Gustav Heckenast's Nachfolger Rudolf Drodtleff Preßburg und Leipzig Motto: Die schönste Frau, die Frankreich jemals sah, Und dabei reich an Geist und an Gemüth; Sie hat nicht bloß für ihre Zeit geblüht, Sie ist noch heut' in ihrem Reiz uns nah. Noch umtönt von den wunderlieblichen Melodien, mit denen »Figaro's Hochzeit« am 1. Januar 1879 im Hamburger Stadttheater mein Ohr bezauberte, setze ich mich gegen Mitternacht zum Schreibtische, um einige Worte als Vorrede zur zweiten Auflage einer Biographie zu schreiben, deren Heldin ebenfalls harmonisch und bezaubernd wirkte, so daß man von dem Umgange mit dieser auf den reinsten Ton gestimmten Frau ein ebensolches Entzücken mitfortnahm, wie von der Oper des unsterblichen Mozart. Ich meine Julie Recamier, die schon deshalb den Deutschen nicht ganz fremd sein sollte, weil ein tapferer preußischer Prinz sie als seine Gemahlin zu einer Adoptivtochter Deutschlands zu machen gedachte. Als das Leben der Julie Recamier im Jahre 1875 zum ersten Male in ausführlicher Schilderung durch mich den Deutschen dargeboten ward – in der Skizze war die schöne und geistig wie körperlich so anmuthige Frau wiederholt schon bei uns dargestellt worden – als ich einem durch die gereizte Stimmung Frankreichs ebenfalls gereizt werdenden

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