Jugendsturm und Jugendsehnen
Jugendsturm und Jugendsehnen Brausen auf und sinken nieder. Nach den Stürmen, nach den Thränen, Stille Sterne, kehrt ihr wieder! Der Schaukelstuhl bewegte sich noch langsam. Ein schmaler Sonnenstreifen, der sich zwischen den Vorhängen durch ins Zimmer geschlichen hatte, zitterte bald hier, bald dort aus der polierten Lehne. »Gnädige Frau –?« »Ich lasse bitten,« sagte die Herrin schwer atmend und legte die Karte in die zierliche Schale. Dann, als sich das Dienstmädchen entfernt hatte, fuhr sich Frau Trude Berger in nervöser Aufgeregtheit übers Haar und warf einen flüchtigen Blick in den Spiegel. Jetzt hörte sie draußen die starken, gleichmäßigen Schritte, jetzt öffnete das Mädchen die Thür, und jetzt – Sie wunderte sich selbst, wie schnell sie sich gefaßt hatte. Und während sie lächelnd dem Eintretenden ein paar Schritte entgegenging und dabei mit einem einzigen Blicke die ganze Gestalt umfaßte, sagte sie ohne jedes Zittern in ihrer Stimme: »Wer mir das heute morgen prophezeit hätte, was für ein Wiedersehen mir heute noch bevorstände! Ich glaube beinah, ich hätte ihm ins Gesicht gelacht. Als ich den Namen aus der Karte las, wollte ich meinen Augen nicht trauen – wirklich.« Er hatte sich über die schmalen Finger gebeugt, die sie ihm entgegengestreckt hatte. Als er das Gesicht wieder hob, bemerkte sie, daß es leicht gerötet war. »Ich hoffe nur, gnädige Frau, daß ich nicht als ganz