Erster Band - Erstes Kapitel
Finsterniß bedeckte die Erde — eine Finsterniß so dicht daß man vermeinte, sie fühlen zu können. Inmitten des herrlichsten warmen Erntewetters, wo allen Aussichten auf ein reich gesegnetes Jahr die schönste Erfüllung gewiß schien und die Landleute einander schon dazu beglückwünschten ward plötzlich Alles in Frage gestellt. Eine eigenthümliche schwarßgraue Farbe überzog den Himmel, man sah nicht etwa Wolken, nein so weit der Horizont reichte war Alles von der gleichen furchtbaren Eintönigkeit. Am hellen Mittag war plötzlich die Nacht hereingebrochen. »Es muß eine Sonnenfinsterniß sein,« sagte nachdenklich der alte Fischer Jabez Long und deutete nach der Richtung, wo ein schmaler Streifen kupferfarbigen Lichtes die Grenze zwischen Meer und Himmel bezeichnete. »Eine Sonnenfinsterniß, Nachbar!« rief ein anderer Fischer, »wie kann es eine Sonnenfinsterniß sein, da doch keine im Kalender steht? Ich meine eher, es ist ein Strafgericht für die Pächter, weil sie vorige Weihnachten das Brod so theuer gemacht haben. Geschieht ihnen ganz recht wenn ihr Getreide ersäuft, ehe sie es in die Scheunen bringen können.« Es regnete noch nicht, jeder aus der kleinen Gruppe von Fischern, welche sich in banger Beklommenheit vor dem am »Fischerende« von Combhaven belegenen Wirthshause zum Glockenring zusammengedrängt hatte, wußte aber, daß der Regen, sobald er zu strömen beginne, sich in Fluthen