Chapter

Kapitel 1

Als wäre diese Geschichte nicht wahr – so wunderlich angetan mit allem Zierate der Romantik schreitet sie heraus aus dem grünen thüringischen Waldleben! Mit Zigeunern, die sich die Häuser aus bunten Lappen und Fichtenreisern erbauen und durch den Bergwald fliegen wie die Distelfinken, denen der Herrgott am letzten Schöpfungstage die Reste seiner Farbeschalen aufgetupft hat. Und mit einem alten Mädchen, das in besinnlicher Güte und Einsamkeit dem Herzschlag des Thüringer Waldes lauschte – auf einmal fiel der Veronika Sinsheimer ein Kind in die Hände, als sie schon daran dachte, wem sie das kleine Haus vermachen solle, wenn eines Tages der Mann im weißen Mantel über das Gebirge schritt, der die blauen Mohnkörner des ewigen Schlafes auswirft. Das mit dem Kinde geschah ganz früh am Jakobustage – zu Sommeranfang, wenn die Drosseln das Silber ihrer Lieder über den Wald werfen wie die jungen Mütter des Christkindleins Haar um die Weihnachtstanne. Die Häuslein sind um den Fuß der Vorberge gesäet wie die Weizenkörner; ein paar sind emporgeweht an die Hänge, und der Bergwald legt seine grünen Arme darum. Zuhöchst steht das des Fräuleins Veronika Sinsheimer – von weitem anzuschauen als ein Wildrosenbusch im Mai; denn es hatte frühlingsgrüne Mauern und ein hellrotes Ziegeldach, darin zwei blanke Augen, just wie das alte Fräulein selber. An den Fenstern waren weiße Vorhänge, feuerrote

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.