Chapter

Erstes Kapitel

Seit die Geschichte spielte, die wir erzählen wollen, sind über anderthalb Jahrtausende verflossen. Neckar und Rhein hießen damals Nicer und Rhenus. Dem Nicer war soeben schwere Unbill widerfahren; Kaiser Valentinianus beschuldigte den alamannischen Strom, daß er mit seinem gewaltigen Wellenschlage die Fundamente des römischen Bollwerks vor Alta Ripa1 unterwasche. Darum hatte er ihn aus seinem alten Bette geworfen und ihm ein neues gegraben. Nicht wo er gewohnt war, sondern wo der Alleinherrscher es gebot, mußte Nicer fließen. Wie wird der bärtige Rhenus mit dem schilfbekränzten Haupte sich gewundert haben, als sein Genosse an der gewohnten Stelle plötzlich ausblieb, um dann an ganz anderem Platze seine dunkelgrüne Welle mit den blaßgrünen Wogen des größeren Stromes zu vereinigen. Im Winter und Frühjahr, wenn Hochwasser eintrat, schwoll dem kleinen Flußgott freilich gewaltig der Kamm. Im Sommer aber verrieth der Strom, der das am meisten idyllische Thal Germaniens durchzog, keine dieser Launen. Aus tausend schimmernden Augen glänzend zog er friedlich zwischen großen Granitblöcken und gelben Sandbänken dahin und spiegelte an ruhigeren Stellen, gleich der glatten Fläche eines Sees, das stille Bild der Berge und Wälder wieder. An seinem Thalausgange thronte zur Linken der bewaldete Mons Valentiniani mit dem römischen Wartthurm, zur Rechten der Mons Piri, nach dem wilden Birnbaum

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.