Clemens von Brücken
Die Table d’hôte war aufgehoben. Die Vertreter des bemittelten Junggesellenstandes, die sich den Luxus erlauben konnten, bei dem besten Restaurant täglich zu speisen, waren in der mittelgroßen Stadt L. nicht gerade sehr zahlreich, der Stammgäste also nur eine geringe Anzahl; die Haupteinnahme brachten die Gäste, die alljährlich zu verschiedenen Zeiten des Sommers, L. passirend, in die S.’schen Bäder gingen oder von daher zurückkamen. Diesmal waren es einige beim dortigen Kreisgericht angestellte junge Beamte, unter ihnen ein eben dorthin versetzter Referendarius, Herr Clemens von Brücken, die in einem an den Speisesaal stoßenden, comfortable eingerichteten Cabinet behaglich auf den Lehnstühlen umherlagen und, den Dampf aus der Cigarre in leichten Ringeln oder dichten Wolken in die Luft blasend, die Chronik des Städtchens, mitunter auch die chronique scandaleuse zu gegenseitiger Erbauung durchblätterten. Brücken kam aus der Residenz. Wäre er Militär gewesen, so hätte er wie ein bekannter humoristischer Dichter singen können: „Von der Garde zur Linie vertrieben Und der goldenen Litzen beraubt, Ist mir nichts, ist mir gar nichts geblieben, Als mehr Schulden wie Haar’ auf dem Haupt.“ „Von der Garde zur Linie vertrieben Und der goldenen Litzen beraubt, Ist mir nichts, ist mir gar nichts geblieben, Als mehr Schulden wie Haar’ auf dem Haupt.“ Nun, mochte er auch den Text in Rücksicht