Chapter

Der Karneval in Nizza

Ein Boot ums andre fuhr am Fuß der fliegenden Treppe vor, wie wohlgeschulte Equipagen an der Auffahrt eines vornehmen Hauses. Leichtfüßig, mit der Lebhaftigkeit von Leuten, die einem Vergnügen entgegengehen, sprangen die Offiziere in die Fahrzeuge und ließen sich auf den mit Teppichen belegten Bänken nieder. Auf ein gegebenes Zeichen senkten sich sämtliche Ruder zumal, und die Jolle schoß pfeilschnell davon. Von jedem Fahrzeug des Geschwaders stießen in dieser Weise Nachen ab, so daß dieses an eine kleine Stadt erinnerte, die durch ein großes Ereignis in Aufregung versetzt wird. Das durchsichtig blaue Meer lag so ruhig, daß es nicht einmal die Wiege eines einigermaßen anspruchsvollen Baby zu schaukeln vermocht hätte, und die sorgfältig vorbereiteten Einschiffungen gewährten im hellen Schein der Morgensonne einen reizenden Anblick. Die Matrosen in Gala bewegten sich im regelmäßigen Takte des Ruderschlags, so daß bald ihre gestreiften Trikots, bald ihre tadellos weißen Kragen sichtbar wurden, und die Offiziere riefen sich, mit der Cigarre im Munde, von einem Boote zum andern lustige Bemerkungen zu. »Ein mechanisches Spielzeug,« bemerkte plötzlich einer der Herren, der sich umgedreht hatte, um einen Blick auf die Flottille zu werfen. »Aufgezogene kleine Ruderer, kleine auf den Bänken befestigte Offiziere, ganz wie das Regattaspiel, das ich neulich meinen Brüdern geschenkt habe.«

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