Chapter

Das Gericht des Königs

Janna Ducoeur Unauflösliches, wer löst es? Liebende sich wiederfindend Goethe Sechzehnhundertneunundvierzig – das ist das Jahr; und ein Wintertag ist es, in London, der Nebelstadt, fast der Nacht gleich, düster von Rauch und Nebel. Nun – wenn die Nacht der Jahrhundertferne und des Wintertages sich vor unseren Augen zu erhellen beginnt, sind es die Lichter von Kerzen, oder von Wachsfackeln, die da und dort, entfernt voneinander in ihren rötlichen Dunsthöfen brennen. Nun erkennen wir einen Raum von ungeheurer Länge, dessen gotische Wölbung hoch oben kaum sichtbar ist. Unten ist ein stilles Gewühl von dunklen Menschen zu sehen, Köpfe an Köpfe gedrängt, blinkende Helme und breitkrempige Hüte, die sich bewegen. Das ist die Armee – Offiziere und Mannschaften der puritanischen Revolutionsarmee –, die nach sieben Jahren siegreicher Schlachten hierher gelangt ist, Zuschauer zu sein bei einer Tragödie, wie das Volk von England sie bis dahin niemals gesehen hatte, dem Gericht des Volkes über seinen König. Aber auch Bürger sind zahlreich darunter gemengt, auch ihre Frauen und Töchter. Diese Gesichter – es sind nicht unsre Gesichter, besonders die männlichen nicht, mit ihren spitzen Kinnbärten oder aufgebürsteten Schnurrbärten und Bartfliegen am Kinn. Und anders sind ihre Züge, so wie ihre Hüte, ihre Waffenröcke und Schärpen und die Hellebarden der Konstabler. Am Ende der langen Halle – es

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