Erstes Kapitel
Nees war aus seinem todtenahnlichen Schlafe zu einer Wirklichkeit erwacht, die ihn in neue Verzweiflung stürzte. Die Entfernung Angela's, die natürlich hervorgerufen war durch die ihm vollständig bekannt gewordenen Umstände, zerriß sein Herz mit der Befürchtung, sie werde nicht wieder kommen, er werde sie nun verloren haben – und so sehr liebte er sie, daß der Gedanke an den Verlust ihres Vermögens nur nachkam. Immer raffte er sich auf, um ihr nachzulaufen und sie durch flehende Bitten zurückzurufen – aber Angela hatte ihm Tags vorher das Versprechen abgenommen, nie wieder an dem Orte zu erscheinen, wo er sich bei der Dienerschaft so lächerlich gemacht hatte, und dies Versprechen ebenso wie die eigne Beschämung, woran die Erinnerung ihn zu einer Art Wuth gegen sich selbst trieb, hielt ihn von dieser Verfolgung ab. Als aber Angela in den kalten, düstern Hausflur trat, vernahm sie schon sein krampfhaftes Stöhnen, das er nicht abnehmen ließ, als er hindurch hörte, daß Angela von der Magd in das Haus gelassen war, denn er hoffte sie zugleich zu erschrecken und zu rühren, wenn er seinen Zustand ihr so heftig als möglich kund gab. Angela trat still in das alte Gemach, den einstigen Banketsaal der Purmurand, und setzte sich sogleich an der Thür auf eine der Wandbänke. Erschöpft und nachdenkend blickte sie zur Erde, und es paßte gar nicht zu den Wünschen Jakobs, daß sie von seinem