Erstes Kapitel
Um das Jahr 1649 kehren wir nach Amsterdam in das alte Purmurandsche Haus zurück. Der Frühling belaubte so eben mit zarten, lichten Blättern die alte Linde, unter deren Schatten wir Angela's Mutter, die unglückliche Brigitta van der Gröneveld verließen. War es das in Ehren gehaltene Andenken an diese stille Bewohnerin des Lusthofes, war es die Gewohnheit Aller sich um sie zu versammeln – genug, der kleine Raum zeigte, daß er eine stete Aufmerksamleit und Pflege genossen hatte. Die Garten-Anlagen waren empor gewachsen, hatten sich verbessert und durch schönere Blumen vermehrt. Der Einfluß von außen war über diese einst so wohlbewahrte Schwelle eingedrungen, er war nicht abzuwehren oder wieder zu vertreiben, welche Zuckungen des Widerstandes er auch nach innen erregen mochte, welche Einschränkungen er auch erleiden mußte. Sieben Jahre hatten an der kleinen Behaglichkeit dieses Platzes geschaffen, die der stillen Schöpferin eine Annäherung schien an die Fürstenräume ihrer Verwandten; und es hatte sich in ihr seit der Geburt ihres Töchterchens ein oft ängstlicher Eifer gezeigt, alles Angenehme zu erhalten und zu vermehren. Sie hatte sogar einen Streit mit Nees nicht gescheut, in dem alle Wunden aufgebrochen waren, und er bei dieser Gelegenheit zu seinem Nachdenken und zu seiner großen Verlegenheit erfahren hatte, daß die stille Frau, die ihm ohne allen Vorwurf zur Seite blieb, doch