Maerz Erste Dohlen
Die ersten Dohlen kommen
an einem Dienstagmorgen,
sechs oder sieben,
sie sitzen auf dem Giebel der Raiffeisen
und haben die Köpfe schief gelegt,
als prüften sie, ob der Winter
sich diesmal wirklich verabschiedet hat.
Frau Köhler sieht sie,
wenn sie das Schloss aufschließt.
Sie denkt nichts Besonderes.
Sie denkt: Dohlen.
Sie denkt: Zucker muss nachbestellt werden.
Aber als sie drinnen die Kasse einschaltet,
summt ihr ein Lied im Kopf,
das sie seit Jahren nicht gesummt hat.
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Der Bodenfrost weicht. In den Gärten an der Goethestraße stehen die ersten Schneeglöckchen, nicht viele, aber genug, dass die Pfarrersfrau sie auf dem Heimweg zählt und bei vierundzwanzig aufhört.
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Kaltenbrunner räumt das Gewächshaus auf.
Zwei Scheiben sind zerbrochen,
der Sturm im Februar, sagt er zu sich,
obwohl er weiß,
dass es die Buben aus der Ulmenstraße waren.
Er flickt die Scheiben mit Klebeband
und einem Stück Plexiglas
aus einer alten Lampe.
Er pflanzt Tomaten.
Er weiß, es ist zu früh,
aber er pflanzt sie trotzdem.
Wer achtundsiebzig ist,
sagt er zu sich,
pflanzt, wann er will,
und rechnet nicht mehr nach.
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Auf dem Marktplatz wird der Wochenmarkt wieder aufgebaut. Drei Stände: Fisch aus Hof, Blumen aus Auma, Wurst aus dem Ort. Der Fischer kennt die meisten beim Namen. Der Blumenhändler weiß, wer wem eine Beerdigung im Winter hatte.
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In der Dorfkneipe
hängen seit dreißig Jahren