Oktober Der Erntewagen
Im Oktober fährt
der Erntewagen zum Dankfest.
Ein Trecker von Bauer Gleisner
zieht einen geschmückten Wagen:
Strohballen, Äpfel, Kürbisse,
eine Garbe Weizen,
obwohl der Weizen dünn war in diesem Jahr,
und eine Puppe in blauer Schürze,
die die Bäuerin darstellt,
aber seit zwanzig Jahren
vom Jugendverein geflickt wird,
weil keiner mehr eine Bäuerin ist.
Der Wagen fährt vom Marktplatz
zur Kirche,
vorne voran
die Trachtenkapelle aus Weida,
die für wenig Geld kommt,
weil ihr Dirigent
mit Pfarrer Hagen zur Schule ging.
Sie spielen den Erntemarsch.
Sie spielen ihn immer.
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Am Straßenrand stehen die Leute. Kaltenbrunner ist da, ohne Grete. Er hat einen Stock dabei, den er sonst nicht braucht, und er hat auch eine Mütze auf, die er in anderen Jahren nicht getragen hat. Der Herbst hat ihn eingeholt, nicht mit einem Schlag, aber mit einem leisen Griff um die Schultern.
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In der Kirche
ist es voll.
Vierzig Leute, vielleicht fünfzig.
Der Altar ist geschmückt
mit Äpfeln, Birnen, einem Brot,
einer Traube,
und einem kleinen Strauß Astern,
den Elke nicht selbst gebracht hat,
sondern die Pfarrersfrau,
die sie im Blumenladen
zwei Tage vorher zufällig traf.
Pfarrer Hagen predigt
über die Ernte, die wir nicht verdient haben,
und den Dank, den wir trotzdem sagen.
Er predigt kurz.
Er weiß, dass im Anschluss
der Gedenkteil kommt.
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Nach der Predigt ruft er die Namen auf. Die Namen derer,