August Duerre Und Eine Beerdigung
Der August in Kornweilen
ist der Monat, in dem die Rasenflächen
die Farbe von altem Stroh annehmen.
Der Bolzplatz staubt.
Die Gärten hinter den Häusern
geben Zucchini und nichts als Zucchini,
und niemand weiß mehr,
wem er welche schenken soll.
Auf den Feldern zwischen Kornweilen und Auma
ernten sie früher als geplant.
Der Weizen ist klein,
die Ähren kurz,
und Bauer Gleisner steht auf dem Feld
und hebt eine Ähre auf
und legt sie wieder nieder.
Er hebt keine zweite.
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Kaltenbrunner gießt seine Tomaten morgens um fünf, damit die Verdunstung nicht alles nimmt. Er gießt mit der Regentonne, die er im Mai gefüllt hat. Im August, sagt er zu Grete, lernt man, dass der Mai klug war oder dumm. Dieses Jahr war er klug.
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Herr Knöpfer,
der bei Frau Köhler
immer zwei Eier gekauft hat,
der Mann mit dem seltenen Bruder,
stirbt an einem Montagabend.
Er ist siebzig gewesen,
Herzinfarkt,
im Schlaf.
Die Nachbarin hat ihn gefunden
am Dienstag.
Die Beerdigung ist am Freitag.
Pfarrer Hagen hält die Rede.
Er sagt nicht viel,
aber was er sagt, stimmt.
Er sagt: Karl Knöpfer war ein ruhiger Mann,
und die Ruhe sei selten,
und wir könnten sie brauchen,
und er werde sie uns jetzt weiter schenken,
still wie immer.
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Frau Köhler ist da. Sie trägt Schwarz, nicht aus Tradition, sondern weil sie nichts anderes Dunkles hat. Sie denkt daran, wie sie jedes Mal zwei Eier einzeln in die Tüte gelegt hat.