Mai Pflanzregen
Der Pflanzregen fällt auf Kornweilen
an einem Montagnachmittag,
ohne Wind, ohne Donner,
als ob jemand einen Eimer umgeworfen hätte
am Rand der Welt
und das Wasser suchte seinen Weg herunter.
Auf dem Friedhof
werden die Beete für die Toten gegossen,
für die, die es gibt,
und für die, die man vermisst,
aber deren Grab woanders liegt.
Elke steht am Eingang
und sieht einer Frau zu,
die den Grabstein ihres Mannes abwischt
mit einem Tuch, das aus einem T-Shirt war,
einst blau, jetzt farblos.
Sie geht nicht zu ihr.
Sie nickt.
Die Frau nickt zurück.
Es ist das Einverständnis der Stehenden,
der Bleibenden,
derer, die wissen, wie man wartet.
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Kaltenbrunner pflanzt die Tomaten aus. Sie haben den März überlebt, gegen alle Regel, und jetzt stehen sie in Reih und Glied an der Südwand seines Hauses, wie kleine Soldaten, die er nicht gerufen hat und die trotzdem erschienen sind.
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Der Trainer bereitet
das Aufstiegsspiel vor.
Gegen Auma, Kreisliga B,
am Pfingstsonntag.
Er lässt die Mannschaft
dreimal die Woche trainieren.
Er hat einen Plan geschrieben,
mit Pfeilen auf einem Papier,
das er zu Hause glatt bügelt,
bevor er es mitbringt.
Er sagt zu den Spielern:
Ihr rennt nicht gegen Auma.
Ihr rennt gegen euch selbst.
Wenn ihr euch schlagt, ist Auma geschlagen.
Die Spieler nicken und verstehen nicht.
Sie sind zwischen sechzehn und vierundzwanzig.
Sie sind Autoschlosser, Maurer, einer