Chapter

Erstes Kapitel

„Sobald ich weg bin, lieber Rüchel, nehmen Sie alle die Sachen, die ich Ihnen bezeichnet habe, und schaffen sie in meine – in unsere neue Wohnung, wollte ich sagen.“ „Jawohl – in unsere neue Wohnung.“ Es war ein junger Mann von etwa dreißig Jahren, der dieses zu einem älteren Manne sagte. Jener trug die dunkle, goldgestickte Uniform eines Civilbeamten, die auf irgend eine hohe feierliche Gelegenheit hindeutete, und warf im Spiegel noch einen letzten Blick auf seinen Anzug. Mit dem Menschenbilde, das ihm daraus entgegenschaute, konnte er gerade zufrieden sein. Nicht sehr Viele hatte Mutter Natur so wohl ausstaffirt in’s Leben gestellt. Eine ansehnliche Figur – schlank, in den Schultern breit, dabei in mannesbewußter Haltung, ferner ein Kopf mit ein paar großen, grauen und hellen Augen, aschblondes volles Haar und ein gerade nicht vernachlässigter Schnurrbart gruppirten sich zu einer männlichen Erscheinung, welche die Augen gar mancher Evatochter auf sich zu ziehen vermögend war. „Jawohl, wenn ich so ausgesehen hätte, wie ich heirathsfähig war, dann hätte ich auch eine Andere bekommen, als die meinige. Sie können lachen, Herr Assessor.“ Der Andere, der sich außer dem Assessor in der einfach eingerichteten Stube befand und diese Bemerkung machte, war etwa um zwanzig Jahre älter. In seinem gebeugten Rücken und in den charakteristischen Bewegungen der Gestalt und Arme verrieth er

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