Erstes Kapitel
Michael Glenn, der Erbauer einer der ersten kühnen Bergbahnen in den Anden, hatte den besten Arzt in Buenos Aires wegen einer verdächtigen Geschwulst am Rückenwirbel konsultiert. Nach der Untersuchung und einem darauf folgenden ernsten Gespräch beschloß er, mit Frau Luise und den zwei Kindern nach Europa zurückzukehren, um die dortigen Autoritäten zu hören. Sein Werk in Argentinien war abgeschlossen, doch es harrten neue Pläne und Entwürfe – Rufe aus der Schweiz, aus den Vereinigten Staaten. Er hatte keine Zeit zu langem Krankenlager, vielleicht konnte das Messer ihm schneller helfen, obgleich dieser halb indianische, halb spanische Doktor es verneinte. Was mochte er von Diagnose verstehen! Auch die europäischen Autoritäten verneinten – Operation ausgeschlossen. – Ruhe – Ruhe – nochmals Ruhe – gute Pflege – vorzügliche Nahrung – keine Berufsaufregungen und viel Sonne. Also Italien ... Man hielt damals, in den siebziger Jahren, noch »den Süden« für das beste Heilmittel gegen tuberkulöse Leiden. Tuberkulös? Schlimmste Form? Unsinn! Er – ein Kerl wie ein Wiking –, dessen Vorfahren oben an Frieslands Küsten ihre Schiffe durch Sturm und Nebel gesteuert hatten. Eine Infektion aus jenen tuberkelverseuchten Bergtälern? Es mochte sein. In einem Körper wie dem seinen würde sie überwunden werden. Michael Glenn hatte die ganze Wahrheit verlangt. Nun man sie ihm nicht vorenthielt, dachte er