Fahrt nach Irland
»Fahren Sie nicht nach Irland«, sagte mir ein englischer Bekannter, »es mag landschaftlich ganz schön sein, aber es ist ein schmutziges und ungemütliches Land. Wenn Sie sehen wollen, wie schön es bei uns ist, gehen Sie an die cornische Riviera oder ins schottische Hochland.« »Wenn ich ein fremdes Haus besuche«, sagte ich, »bleibe ich gar nicht gern im Salon. Das Kinderzimmer ist viel charakteristischer und gar das Klosett! John Bull ist ein wohlhabender Mann und ich weiß schon, daß es sich in den Ledersesseln seiner guten Stube himmlisch sitzt! Ich will gar nicht sehen, wie schön es bei euch ist, sondern wie es überhaupt bei euch ist.« Nämlich im Leben jedes Menschen (soweit er nicht zu den jetzt überaus zahlreichen erhabenen Aristokraten gehört, die sich mit Dingen der Politik und des Gemeinschaftslebens nicht befassen und nicht beschmutzen) kommt der Moment, in dem er sich mit der Tatsache des britischen Weltreiches auseinander zu setzen hat. Man muß wissen, wie es bei den Engländern ist oder man hat das Leben von heute nicht ganz gelebt. Der asoziale Geistesaristokrat, dieses arme, verkrüppelte Wesen, wird doch wenigstens die Werke von Shaw lesen wollen, wenn ihn auch natürlich Irland und Homerule gar nichts angehen. Und ein klein bißchen spielt doch das englische Leben in die englische Literatur hinein; es ist ein Fehler der englischen Literatur, sie sollte sich bessern,