Chapter

Erstes Kapitel

Frau von Menglin saß vor ihrem Schreibtisch, den Kopf auf die gefalteten Hände gestützt, und starrte, statt zu schreiben, durch das Fenster in den Park hinaus, der ihr Landhaus umgab. Es war Herbst geworden über Nacht. Wie häßlich faulendes Laub, sterbende Blumen und Schmutzpfützen sind! Und dazu diese fahle, graubleiche Beleuchtung! Schrecklich – Herbst und Einsamkeit – Gabriele von Menglin fröstelte, trotz des leise knisternden Feuers in dem großen Majolikakaminofen ihres Boudoirs. Die junge Frau in tiefer Witwentrauer riß sich gewaltsam aus ihrem unschlüssigen Sinnen und nahm jetzt energisch den zierlichen Federhalter vom Tintenfaß, beides Gegenstände der Kunstindustrie, die in Übereinstimmung mit dem kostbar geschnitzten Damenschreibtisch Schaustücke waren, mehr zum Bewundern als für den praktischen Gebrauch geeignet. Die Feder flog hastig über den Monogrammbogen von pergamentartiger Dicke, die weiße, weichgerundete Frauenhand schrieb mit tadelloser Eleganz: »Mein teurer Freund! Ihre Zeilen, Ihr so ehrenvoller Antrag, Ihre warmen Worte rühren und bewegen mich tief; aber sie erfüllen mich mit aufrichtigem Schmerz, weil sie trennend zwischen uns treten und die schöne Harmonie unseres Verkehrs stören. Zugleich muß es mich tief betrüben, daß Sie mich für so treulos und wankelmütig halten – mein armer Eduard ruht noch kein Jahr in seinem Grab – Sie wissen, wie ich ihn geliebt,

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.