Eine Vollkommen Gute Gurke
Die Ziege Inka war ausgebrochen. Inka brach an den meisten Tagen aus. Es war ihr Hobby.
Im Garten fand Inka etwas Langes. Grünes. Kühles. Auf der Außenseite ein wenig knubbelig.
Sie probierte.
Sie probierte mehr.
Nach zehn Minuten Probieren hatte sie beschlossen, dass es ihr Lieblingsding auf der Welt war.
„Inka!", rief der Bauer. „Komm zurück! Das ist eine Gurke!"
Inka wusste nicht, was eine Gurke war. Sie aß weiter.
„Inka, die Gurken sind für das Sonntagsessen!"
Inka wusste auch nicht, was Sonntag war, und sie hatte ihre Meinungen über Essen — nämlich, dass DAS hier das Essen war, und es war ihres, und sie aß es.
Der Bauer rannte über den Garten. Inka, klein aber entschlossen, rannte in die andere Richtung.
Sie rannte mit der Gurke, die auf beiden Seiten aus ihrem Maul ragte.
Sie rannte hinter den Hühnerstall. Hinter den Apfelbaum. An der sehr überraschten Ente vorbei.
Schließlich, hinter dem Holzstapel, beendete sie die Gurke vollständig und leckte sich den grünen Fleck vom Kinn.
„Morgen", dachte sie auf dem Weg zurück zum Tor, „morgen breche ich wieder aus, und ich finde noch eine."
Das tat sie auch.